Dorferneuerung
Aus alter Schule wird Ort der Begegnung

Zwei Herren und eine Frau stehen vor einem Gemälde der Ortsmitte von Kumreut. Der Mann in der Mitte hält einen Förderbescheid in seinen Händen.Zoombild vorhanden

Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern

(17.03.2025) Markt Röhrnbach, Lkr. Freyung-Grafenau - Es ist eine Begegnungsstätte für alle Generationen mitten in Kumreut: das neue Dorfgemeinschaftshaus mit Bürgerhalle, das dank der Initiative „Innen statt Außen“ in dem idyllischen Ortsteil des Marktes Röhrnbach entstanden ist. Das ALE Niederbayern stellt dafür insgesamt 3,1 Millionen Euro Fördermittel bereit. Amtsleiter Hans-Peter Schmucker hat jetzt weitere 500.000 Euro an Bürgermeister Leo Meier übergeben. Damit sind nunmehr rund 2,1 Millionen Euro an Fördergeldern ausbezahlt.

Nachdem die ehemalige Grundschule seit dem Jahr 2017 leer gestanden war, beantragte die Gemeinde im Jahr 2019 die Teilsanierung der einstigen Schule zum Dorfgemeinschaftshaus. Mit Erfolg: Das ALE Niederbayern leitete im Juli 2019 die einfache Dorferneuerung ein, um die Maßnahme umzusetzen. Die Planungsbeteiligten einigten sich darauf, dass durch Rückbau, Sanierung und Ersatzbau ein Dorfgemeinschaftshaus mit Bürgerhalle entstehen soll – auch für sportliche Aktivitäten.

Amtsleiter Hans-Peter Schmucker ist überzeugt: „Attraktive Kommunen brauchen eine vitale Ortsmitte, in der das soziale und gesellschaftliche Zusammenleben stattfindet.“ Die Dörfer „Innen statt Außen“ zu entwickeln, sei eine wichtige Voraussetzung für eine hohe Lebensqualität, stärke die Gemeinschaft, helfe Flächen zu sparen und schaffe Identität und Baukultur, so der Amtsleiter. Das Dorfgemeinschaftshaus in Kumreut sei dafür ein besonders gelungenes Beispiel.

Wie die zuständige Architektin am ALE Niederbayern, Claudia Stadler, erläutert, bestand der leerstehende Schulkomplex aus zwei Hauptgebäuden mit Verbindungsbau. Geplant war, ein Gebäude zu erhalten und die darin nicht mehr belegten Räume einer gemeinschaftlichen Nutzung zuzuführen und Gruppenräume zu schaffen. Auch der notwendige Aufzug zur barrierefreien Erschließung wurde hier integriert. Da der Turnraum in Größe und Ausstattung nicht mehr den derzeitigen Anforderungen an eine Mehrzweckhalle entsprach, entschied sich die Gemeinde für den Neubau einer Mehrzweckhalle mit Sportboden. Auch die Außenanlagen konnten durch das Entnehmen der alten Kubatur an der Straße neu und dorfgerecht gestaltet werden.

Durch die Umnutzung der ehemaligen Schule für Kindergarten, Vereinsräume und Mehrzweckhalle konnten wertvolle Synergieeffekte geschaffen werden – und ein leerstehendes Gebäude wurde wieder mit Leben gefüllt. Positiver Nebeneffekt: Der Neubau eines Kindergartens und einer Bürgerhalle auf der grünen Wiese wurden vermieden. „Durch die Wiederbebauung bereits versiegelter Fläche wurde ein großer Beitrag zum Flächensparen und zur Leerstandsbeseitigung geleistet“, betonte Hans-Peter Schmucker. Er lobte zudem die gestalterisch äußerst gelungene Umsetzung, die maßgeblich durch die Holzverschalung und den als Kubus zum Hang hinausragenden Baukörper bestimmt wird. Der dorfgerechte Charakter wird durch die Verkleidung mit Holz erhalten.

Bürgermeister Leo Meier bedankte sich bei Hans-Peter Schmucker für die Unterstützung und die Bereitstellung der Fördermittel: „Durch diese sehr großzügige Förderung seitens des ALE ist ein Schmuckstück für die Kumreuter Bevölkerung entstanden. Hierzu nochmals mein großer und aufrichtiger Dank. Die Belegung des ganzen Gebäudes ist großartig, so sind täglich verschiedene Gruppierungen mit Begeisterung dabei – angefangen von den Kindern des Kindergartens bis zu den Tänzerinnen der Line-Dance-Gruppe.“

Förderinitiative „Innen statt Außen“

Am ALE Niederbayern wurden seit Beginn der Förderinitiative „Innen statt Außen“ im Jahr 2018 insgesamt 34 Förderzusagen erteilt. Von den bewilligten Projekten konnten bisher 18 Projekte mit einem Gesamtförderbetrag von 12,9 Millionen Euro abgeschlossen werden. In den aktuell laufenden 16 „Innen statt Außen“-Projekten wurden entsprechend dem Baufortschritt rund 13,6 Millionen Euro der insgesamt zugesagten 25,3 Millionen Euro an die Kommunen ausbezahlt. Der Dank dafür gebührt den Abgeordneten des Deutschen Bundes- bzw. des Bayerischen Landtags, die die dafür erforderlichen Mittel bereitgestellt haben.